Jaya Coaching

Fällt dir Selbstfürsorge schwer?

Willkommen im Club. Ja, auch ich hadere immer wieder mit meiner Selbstfürsorge, obwohl ich Coach und Yogalehrerin bin. Das merke ich meistens daran, dass mir der Rücken weh tut, ich gereizt bin und das Gefühl habe, dass mir alles zu viel wird. Höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen und Selbstfürsorge zu betreiben. Aber das ist gar nicht so einfach.

 

Es fängt schon damit an, dass viele nicht wissen, was Selbstfürsorge ist, dass es mit Egoismus verwechselt wird, dass man schlichtweg nicht gelernt hat, sich um sich selbst zu sorgen oder, dass man einfach keine Lust auf so einen esoterischen Quatsch hat. Erkennst du dich in einem der Punkte wieder? Prima, dann bist du hier genau richtig. Fangen wir damit an, zu verstehen, was Selbstfürsorge ist, was sie nicht ist und warum sie uns so schwerfällt.

Seit Jahren kritisierst du dich selbst. Es hat nicht funktioniert. Versuche mal, dich selbst zu umschmeicheln und sei gespannt, was passiert.

Louise L. Hay

Was ist Selbstfürsorge?

Eine einheitliche Definition gibt es nicht, weshalb es dem ein oder anderen auch so schwer fällt, Selbstfürsorge zu verstehen. Einfach gesagt achtest du bei der Selbstfürsorge auf deine Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen. Du stellst dein Wohlergehen und deine Gesundheit in den Mittelpunkt, gehst gut mit dir selbst um und schützt dich vor Belastungen, indem du zum Beispiel “Nein” sagst. Hört sich total einfach an, oder?

Warum fällt uns Selbstfürsorge dann so schwer?

Das kann verschiedene Gründe haben. Fünf Gründe, die uns daran hindern für uns selbst zu sorgen, können sein:

 

 

1. Selbstfürsorge ist egoistisch

Menschen, die sich in Selbstfürsorge versuchen, wird oftmals vorgeworfen, dass sie egoistisch seien. Selbstfürsorge hat nichts mit Egoismus zu tun. Egoismus ist eine umgangssprachliche Beschreibung für ein Verhalten, bei dem man seine Bedürfnisse, Ziele und Wünsche ohne Rücksicht auf Verluste verfolgt. Die eigenen Gedanken kreisen nur noch um das eigene Ich und die Bedürfnisse anderer werden schlichtweg ausgeblendet. Ein egoistischer Mensch nimmt in Kauf, dass andere Menschen durch sein Verhalten verletzt oder geschädigt werden. Ein Mensch, der für sich selbst sorgt, tut das nicht. Wenn du Selbstfürsorge betreibst, wägst du ab, ob du zum Beispiel der Bitte deines Gegenübers nachkommen kannst und möchtest oder nicht. Du lehnst aber nicht jede Bitte von vornherein ab, wie es ein egoistische Mensch tun würde (es sei denn, die Bitte hilft dem eigenen Ego, aber das ist ein anderes Thema).

 

2. Ich habe Selbstfürsorge nie gelernt

Vermutlich wirst du jetzt kurz stutzen und dich fragen, was deine Erziehung mit Selbstfürsorge zu tun hat. Um es kurz zu sagen: einfach alles!

Oftmals wird uns von klein auf nicht beigebracht, dass wir für uns selbst sorgen dürfen. Die Bedürfnisse anderer sind einfach wichtiger, die müssen wir erfüllen. Vor allem kleinen Mädchen wird beigebracht, immer schön brav auf die Wünsche anderer zu achten, für andere da zu sein, es anderen Recht zu machen.

Eventuell gab es in deiner Familie darüber hinaus auch kein Vorbild, das dir gezeigt hätte, wie du dich gut um dich selbst sorgen könntest. Wir übernehmen als Kinder unbewusst die Muster und Verhaltensweise unserer Bezugspersonen. Wenn Selbstfürsorge bei deinen Eltern keine Rolle gespielt hat, dann haben sie dir diese Fähigkeit auch nicht vorgelebt.

 

3. Ich muss mir Selbstfürsorge erst verdienen

Vor allem wenn du Glaubenssätze wie “ich bin nicht genug” oder “ich muss mir Anerkennung verdienen” verinnerlicht hast, wirst du denken, dass du dir Selbstfürsorge erst gönnen darfst, wenn du vorher geleistet hast. Ansonsten meldet sich das schlechte Gewissen, das dir einredet, dass du erst auf dem Zahnfleisch gehen musst, bevor du dich um dich selbst sorgen darfst.

Selbstfürsorge ist keine Belohnung. Du musst nicht erst leisten, um dir dann Selbstfürsorge zu gönnen. Sie ist auch nicht an Bedingungen geknüpft (z.B. jemand muss mir das erlauben). Um dir selbst zu verdeutlichen, wie fatal dieser Gedanke sein kann, möchte ich dich bitten, die Augen zu schließen und dich folgendes zu fragen: Wann hast du genug geleistet, um dich mit einem guten Gefühl um dich kümmern zu dürfen? Ich vermute, die Antwort ist “nie”. Und genau das ist der Punkt: solange du Selbstfürsorge an Bedingungen knüpfst, wirst du nie Selbstfürsorge betreiben.

 

4. Selbstfürsorge ist was für Weicheier

Vielleicht denkst du aber auch, dass nur diejenigen sich mit Selbstfürsorge beschäftigen, die die Herausforderungen des Lebens nicht meistern. Wer erfolgreich sein will, muss Druck aushalten, muss hart zu sich selbst sein und sich zu immer höheren Zielen antreiben. Selbstfürsorge passt da nicht rein, das hört sich so nach Schwäche an.

Selbstfürsorge, Ehrgeiz, Disziplin und Erfolg schließen sich nicht aus. Du kannst ehrgeizig deine Ziele verfolgen und gleichzeitig mitfühlend und liebevoll mit dir selbst umgehen. Nur weil du gut für dich selbst sorgst, heißt das nicht, dass du nichts mehr auf die Reihe kriegst. Im Gegenteil: je besser du dich kennst und wertschätzt, desto eher bist du gewillt, realistische Ziele zu verfolgen und die Erfolge gebührend zu feiern. Auch das ist ein Teil der Selbstfürsorge.

 

5. Das klappt bei mir eh nicht

Hand aufs Herz: wie viele Tipps für Selbstfürsorge hast du schon ausprobiert? Und wie viele davon haben dich wirklich weitergebracht?

Wenn die Antwort “gar keine” oder “zu wenig” ist, kannst du ganz beruhigt sein. Mit dir ist alles in Ordnung, die Tipps, die du ausprobiert hast, passen einfach nur nicht zu dir.

Für die einen funktioniert Meditation und Yoga, die nächsten schwören auf Detox, wieder andere schreiben Tagebuch und journalen oder gönnen sich ein heißes Bad. Selbstfürsorge ist immer individuell. Deshalb ist es auch so wichtig, dass du für dich herausfindest, was dir gut tut.

Ich baue den Workshop “Selbstfürsorge lernen” gerade auf. In der Zwischenzeit kannst du mir gerne auf Instagram für regelmäßige Impulse folgen.